Microsofts Goldrausch
Nov 15th, 2006 | By mcmatten | Category: Artikel, ComputerDie Meldungen über Windows Vista häufen sich in den letzten Tagen und Wochen. Am Montag platzte dann die wohl größte Bombe. Der Online-Händler Amazon ließ die Preise für Windows Vista vom Stapel.
Die Meldungen über Windows Vista häufen sich in den letzten Tagen und Wochen. Am Montag platzte dann die wohl größte Bombe. Der Online-Händler Amazon ließ die Preise für Windows Vista vom Stapel.
Als ich mir die Preise anschaute, wusste ich noch nicht so recht, ob ich lachen oder weinen sollte. Zugegeben, Microsoft hat 5 Jahre an dem OS geschraubt und ich muss eingestehen: Windows Vista ist gut geworden – keine Frage.
Die Sicherheitsstrukturen, die es mit sich bringt, lehnen sich an Linux an. Der Versions-Dschungel ist jedoch enorm – es wird sich noch einigem Lesen behelfen, bis man klar entscheiden kann, welche Version für wen gedacht ist. Aber was mir momentan absolut schleierhaft ist – wie kommt Microsoft eigentlich auf so unglaublich unverschämte Preise?!

Die Basis-Version Vista Home Basic im Upgrade kostet 139 Euro! Die Standalone-Version kostet 259 Euro! Für das Upgrade benötigt man eben eine alte Windows-Version zur Installation. In der Vergangenheit waren die Upgrade-Versionen deswegen eher unbeliebt und eine Art Randerscheinung.
Das Betriebssystem kostet für mich Hobby-PC Nutzer also 259 Euronen – ein enorm stolzer Preis. Für meinen Geschmack schon unverschämt. So heißt es in den Werbetexten: So sorgt eine benutzerfreundliche Oberfläche dafür, dass der Anwender jederzeit sofort auf die gewünschten Daten zugreifen kann. Da möchte ich dann doch gerne sehen, wie die Benutzer in den ersten Tagen ins Schwimmen geraten, da die Dateistruktur mit einem XP-System nicht mehr viel zu tun hat. Es hat sich eben einiges geändert, sogar in „Eigene Dateien“.
Weiterhin wirbt man mit einem Webbrowser, der obwohl er neu ist, immer noch voller Bugs steckt. Microsoft ist dem Schritt zu einem anständigen Browser zwar näher gekommen, hinkt Opera und Firefox aber geschätzt noch 2 Jahre hinterher. Was auch daran liegt, dass sich der Amerikaner an sich nur selten für Standards interessiert. Dieses Manko aufzuholen, wäre für Microsoft ein Leichtes. Die Manpower ist da – aber wenn ich mir die Pflege von XP anschaue, fehlt es wohl eher am Willen.

Das ganze Paket von Vista bekommt man dann für schlanke 549 Euro unter dem Titel Vista Ultimate! Ernsthaft – bin ich bekloppt? Dafür bekomme ich schon ein Notebook. Gut, ich würde dann auch in den Genuss von Aero kommen, die Benutzeroberfläche, mit der Microsoft seit Monaten wirbt und die nämlich in der Basic Verison nicht enthalten ist. Anzumerken hierbei wäre noch, dass man für Aero dann auch eine vernünftige Grafikkarte benötigt, sowie genügend Arbeitsspeicher. Also 549 für ein OS, nochmal 1-200€ um den Arbeitsspeicher aufzustocken und jenseits der 200€ für eine Grafikkarte, die dabei nicht direkt ins Schwimmen kommt. Wobei man dann auch noch Geld ausgegeben hat, für eine Karte die kein DirectX10 (was ja auch noch irgendwann kommen soll) unterstützt.
Unterm Strich kann man bei so viel Selbstbewusstsein nur hoffen, dass der Verbraucher ausnahmsweise nicht mitspielt, wovon ich allerdings nicht ausgehe. Immerhin kaufen sich auch Leute Computer für weit über 1000 Euro, um damit dann Ihre drei Briefchen im Monat zu schreiben. Denn in Deutschland gilt oftmals noch – Hauptsache haben, denn dabei sein ist alles. Schließlich kann man mit seinem PC auch TV gucken und das ist modern, denn TV-Karten gibt es erst seit 11 Jahren…
Ich werde interessiert die ersten Releasewochen von Vista verfolgen, sicher wird der Absatz riesig sein. Ich bin aber auch gespannt, wie sich der Preisspiegel entwickeln wird.