Ein Nacht Der Partysanen Review

Okt 19th, 2006 | By | Category: Artikel, Parties

Am vergangenen Samstag durchlebte das Alfelder Partyvolk – und diejenigen, die testen wollten, ob sie noch immer dazugehören – ein Mal mehr die Nacht der Partysanen.

Für zehn Euro galt es an einem Abend 15 Locations zu erleben. Das erforderte zum einen festes Schuhwerk, genug Trinkfestigkeit für sieben Freigetränke und beste Koordination – bis zum bitteren Ende -, um den letzten Bus ins Sound noch zu erhaschen.

Nur zögerlich startete der Abend für die teilnehmenden Locations und so richtig schien das Alfelder Partyvolk nicht vom Sofa herunterzukommen.
Nungut, die Einen taumelten zu diesem Zeitpunkt wohl noch – stolz auf das Unentschieden gegen die Hessen aus Frankfurt – aus den Regionalzügen, während sich andere schmunzelnd fragten, wer wohl eigentlich Bochum ist. Wieder andere standen jetzt aber schon bei Oka 18 parat – diese jedoch konnten nicht alle Besucher in ihren Bann ziehen, sodass die Glücksgans in Gerzen der Band den ersten Besucherstrom verdanken durfte.

Sieben Freigetränke aus 15 Locations – nun galt es sich aber hurtig ranzuhalten, während der Flotte Totte vor dem heimischen Rathaus versuchte Frostbeulen von sich fern zu halten. Obwohl er, so wie auch die meisten Zuschauer, mit einem wärmeren Konzertsaal gerechnet hatte, bildete sich recht schnell eine Menschentraube auf dem Marktplatz. Da es trotzdem nicht wärmer wurde, hielt sich der Auftritt eher kurz und nach einer halben Stunde war Totte wieder von der Bühne verschwunden.

Immer schön der Reihe nach

Aus dem Treff kommend, ging es also der Reihe nach los, musste man sich doch Mut für das – sicherlich wieder absolut überfüllte – Sound antrinken und bei unschönen Temperaturen wenigstens die innere Heizung anschalten.
Am Interessantesten waren an dieser Stelle aber die Gesichter, die sich dann und wann gemein verzogen und in dem italienischen Trester-Schnaps Verdünner vermuteten, den spannenden Cocktail mit den geheimen Zutaten kurzfristig in Hustensaft umtauften oder sich über das antialkoholische Getränk wunderten, das zu 80% aus Eis bestand.

Eigentlich hätte man ja vermuten können, dass die Alfelder Kneipen und Locations diesen Abend zur Eigenwerbung nutzen und neue Stammgäste generieren. Umso unverständlicher, dass man in einigen Kneipen – die, so konnte man durchs Fenster sehen, keinesfalls voll oder gar überfüllt waren – vor verschlossener Tür stand, oder vom sympathischen Personal gebeten wurde, die Lokalität doch lieber nicht mehr zu besuchen. Wem hier schon die Worte fehlen, der hat nicht zwei Stunden bei Tischtennis auf Frühstückstabletts auf den Bus gewartet.

Das Highlight: Party-Ende im Sound

Doch bei all diesen Kleinigkeiten wurde der gemeine Alfelder Partygast zum Schluss doch noch belohnt. Bei kräftiger Animation und mit viel Krawall zog es einen Großteil der über 1000 Kartenkäufer zum Ende noch ins Sound, wo der ein oder andere sicher unter Platzangst litt. Einen Vorteil hatte es aber: Hier konnte niemand aufgrund eines zu hohen Alkoholgenusses umfallen – oder gar springen, bevor der DJ nicht sagte: „SPRINGT!“.

… und die Idee bleibt großartig

Zur Verdeutlichung: Die Idee der Nacht der Partysanen bleibt nachwievor großartig. Dass nicht alle Locations vollends mitziehen, ist eigentlich zu erwarten. In Alfeld passiert etwas, über 1000 Menschen – junge und nicht mehr ganz so junge – waren friedlich auf den Straßen unterwegs. Das ist nicht immer so und verdient Anerkennung.

Doch ob sich die Karte für die Nacht der Partysanen wirklich „lohnt“, ist ein einfaches Rechenbeispiel, das jeder Schüler der vierten Klasse auf einer Pobacke absitzen sollte. Letzten Endes entscheidet wohl der eigene Partytyp darüber: Konzertfan sein, den Kneipenjunkie ausleben, oder doch nur die Reise ins Sound mit billigem Vorglühen als Party-Aperitif.

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