Das Bootboohook ’09 – Ein Festival für Hannover!

Sep 1st, 2009 | By | Category: Artikel, Musik

Wer an Hannover und Konzerte denkt, denkt zwangsläufig an Heinz, Glocksee, Faust, Musikzentrum, Korn und die immer weniger werdenden großen Acts in der Dreibuchstabendhalle und -arena. Wer an ein Festival denkt, ist mit dem Fährmannsfest schon mehr als gut bedient. Umso geiler, dass das Bootboohook stolze 4500 Musikbegeisterte Hannoveraner auf das Faustgelände zog und eine musikalische Mischung aus Geheimtipps, Newcomern und Helden mitten in die Stadt zauberte.

Wir sind mehr oder minder auch durch Zufall auf das Bootboohook gestoßen, das in diesem Jahr zum zweiten Mal von Tapete Records auf dem Faust e.V. Geländer veranstaltet wurde. Nüchtern gesprochen: Tocotronic und Kettcar zum Sonderpreis mit Rahmenprogramm.
Freitagabend, angekommen, geparkt und in leisen Schritten an den Zelten vorbei, die direkt an der Ihme aufgeschlagen wurden. Ein sensationelles Bild. So nah am Festivalgelände, direkt am Wasser und derart „cool“ zeltet man nur auf verdammt wenigen Festivals. Nur noch wenige Schritte über die Brücke und man stand mitten vor der großen Außenbühne, auf der sich die offensichtlichen Highlights des Wochenendes (neben den vielen kleinen und persönlichen Höhepunkten) abspielen sollten.

Für uns machten The Robocop Kraus den Start – großartig! Genial auch, dass man hier wieder eine weitere Kerbe in die Kamera machen konnte. Denn hier spielte eine Band, die man gesehen haben muss – erledigt! Und die Nürnberger machten Spaß, sich sehr gut und wenn sie sich als „Post-Hardcore mit massig Credibility, Post-Punk, positiver Indie-Euphorie und einem nicht geringen Anteil Pop“ beschrieben haben wollen – bitteschön! Wir sind da flexibel und freuen uns einfach nur.
So wie auf Fehlfarben, die sicher irgendwo zwischen privatem Höhepunkt und Helden einzusiedeln sind. Wer länger Musik macht, als die meisten von uns leben, dabei sauviel mitgemacht und beeinflusst hat, der darf auch über die Bühne stolpern. Wer mehr Alben rausgebracht hat, als die meisten aktuell populären Bands Lieder, dem verzeiht man jede Ansage, der darf alles, wenn er uns dabei die besten Songs der letzten 30 Jahre um die Ohren haut!
In der folgenden kleinen Verschnaufpause war etwas Zeit, sich bei den Kollegen von Viva con Agua umzuschauen, sich über das reichhaltige kulinarische Angebot (fest und flüssig) auf dem Faust Gelände zu freuen (das ist in Linden immer wieder geil!) und in die kleinen „Clubs“ zu schauen, die die grüne und rote Bühne beheimateten. Mediengruppe Telekommander war zum Beispiel eines der Highlights, für das man sich unbedingt anstellen musste (wenn die Kamera nicht beschlagen hätte, hätten wir davon auch Bilder). Auch Knut und die herbe Frau wäre ein Highlight gewesen, ebenso wie zum späteren Zeitpunkt Kolkhorst. Doch hier war der Besucheransturm und das reichhaltige Programm zeitgleich Fluch und Segen. Man konnte sauviel sehen – wenn man denn konnte. Man musste seine Highlights schon gezielt ansteuern und bei bestem Wetter Schweiß und Hitze in Kauf nehmen, um seine Lieblinge zu sehen. Leiden auf hohem Niveau…
Abschließend, zumindest für uns, rockte Tocotronic die Hauptbühne, ärgerten im Gegenlicht die Fotografen und feuerten das ab, was man von ihnen erwartet. „Meine Damen und Herren: Tocotronic“ und dann 1 1/2 Stunden tiefgründige Texte, tanzen, singen, leiden, lachen, schreien, weinen…

Von weiterhin bestem Wetter und gut gelaunten Gästen am Samstag wollen wir gar nicht weiter reden, war doch das Programm klar: Fotos, Tele und Kettcar, zwischendurch ´nen leckeres Stück Pizza, zwei bis drei Becher an Viva con Agua gespendet und… nun, von der kleinen Überraschung wussten wir ehrlich gesagt noch nichts.
Pünktlich um 18:30 Uhr – alle anderen hatten sich bereits warmgetanzt – starteten wir mit Fotos und der Überzeugung, eine schlechte Band sehen zu werden, in den Samstagabend. Weit gefehlt, denn schlecht war´s in keinem Fall. Nicht jede neue Band, die beim Bundesvision Song Contest gehyped wurde, muss auf der Bühne auch eine Enttäuschung sein. Mit witzigen Texten, eine nicht wegzudiskutierenden Fanbase und (indie-) rockiger Mucke war der Auftakt gemacht zu…

Tele, die zwar mit Sicherheit eine größere Bekanntheit besitzen, als ihre Vorgänger aus Hamburg, meine persönliche Zuneigung genießen, aber die Freiburger sind einfach (zu) ruhig auf der Bühne, wenngleich musikalisch großartig. Da geht´s Herz auf, defintiv!

Und bleibt offen für Kettcar. Eine größere Belohnung, als ein Lob für dieses Festival von der Bühne, direkt aus dem GHVC, kann es für einen Veranstalter kaum geben. Mehr Spaß, als mit Helden, großen Künstlern, absoluten Sympathen, kann man nicht haben. Wenn im Hintergrund aus den Herrenhäuser Gärten noch ein Feuerwerk den Himmel erhellt, New York City, Wanne-Eickel, Hannover, die Academy und der Balkon gegenüber. Tränen, tanzen, lachen, singen, schreien, leiden… Kann ein Samstagabend schöner zu Ende gehen?

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