Auf, auf zum Local Derby
Nov 7th, 2006 | By mcmatten | Category: Artikel, MusikAm kommenden Samstag, den 11.11. findet nun also das 11. Local Derby statt – und das komischerweise sogar nur noch mit 11 Bands – was dahinter steckt, wer dabei ist und was man nicht verpasst, weil man ja schließlich mit dabei ist…
Die gute Nachricht vorweg, es gibt keine Schlechte. Denn auch wenn das Alfelder Urgestein Back nicht mit dabei sein kann, wird dem Musikfan dennoch allerhand geboten. Die Alfelder Bands haben in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring wieder kräftig aufgefahren, um das traditionelle Trommelfellbeben zum Erlebnis zu machen.
Dabei fing doch 1995 in Duingen alles so harmlos an. Mit Zuhörern auf der „Tribüne“ des Duinger Stadions und einer Bühne hinter dem Tor, während sich einige Hartgesottene sogar auf die Aschenbahn vortrauten. Dem ist das Local Derby jedoch schon lange entwachsen und wird – mit einigen kleinen Änderungen zu den letzten Jahren, wie dem Fehlen von Back, Leftover und Generation Fuck – auch in diesem Jahr sicherlich wieder ein großartiges Ergebnis sein.
Denn Aenigma, die vor einigen Jahren einmal als Deficiency of Godbelief unterhalb von Alfeld (ja, das ist die Wahrheit) das Proben begannen, sorgen mit gewittergrollendem Schlagzeug, schwerliegenden Gitarren, grunzendem, düsteren Gesang und fantastischen Frauenstimmen für eine ganz spezielle Atmosphäre.
… and still I bleed machen dagegen mit „Schlagzeilen“ auf sich aufmerksam und einverleibten zuletzt den Ex-Leftover Schlagzeuger Tille, nahmen ihm die Stöckchen weg und ließen ihm lediglich seine Stimme. Energiegeladen, direkt und ein Vorgeschmack auf die Platte, die 2007 endlich den Markt fluten soll. In dieser Band versteckt sich übrigens ein unglaublich alter Local-Derby-Hase – wer findet ihn?
Code of honour hingegen haben schon geflutet – „CODE OF HONOUR is all about their vision of brutal and heavy death f***in metal.“ heißt es aus der Richtung der Band, was für den Local Derby Besucher nichts anderes bedeutet, als die Ohren anzulegen und die Augen zu spitzen – die Bühne wird brennen!
Bei Embutido schien es in letzter Zeit nicht immer rund zu laufen. Und dass ein kleiner Bruder einmal die Rettung sein kann, wollen auch nicht viele wahr haben. Doch Lennart Pommeranz wird von der Band als Rettung am Bass bezeichnet und die neue Euphorie der Jungs macht Lust auf mehr – auf dem Derby.
LUKA steht nicht nur für uralte (sorry Jungs!), Alfelder Musikgeschichte (hört ihr, Geschichte!), sondern für Texte, die anprangern, die soziale Gerechtigkeit fordern, Präsidenten beschimpfen und Kopflosigkeit vermissen lassen. Dies alles verpackt in Musik. Musik! Ein bisschen Rock, ein bisschen Punk und jede Menge von LUKAs Eigenwilligkeit.
Die Jungs von Netzt hat es erst spät in Richtung des Local Derby verschlagen. Obwohl sie schon lange ihren eigenen Stil pflegen, kamen sie für das Alfelder Publikum erst spät aus dem Grünenplaner Tal heraus. Grüppelrock nennen sie liebevoll, was man schöner nicht beschreiben könnte.
Bei Seasonsky hingegen macht man sich keine Gedanken um Namen. Schall und Rauch, Rad neu erfinden – 5 Euro ins Phrasenschwein. Hier gilt es einfach das zu machen, was Spaß macht und sich irgendwo mit ehrlichem Rock beschreiben lässt.
Gitarre, Bass und Schlagzeug – die Ärzte? Nein, da englischsprachig und aus Alfeld, rocken The Style hier in klassischer Besetzung und werden nach ihrer Probe auf der Nacht der Partysanen dem verwöhnten Derby-Publikum zeigen, was ein „musikalischer Gesamtsound“ ist.
Auch Tito Day Inn gehört zu den Bands, die – entgegen einiger wirklicher Urgesteine – noch nicht lange auf dem Local Derby zu finden sind. Ihre Mischung aus klassischem, gefühlvollen Rock und Brit-Rock lies dabei vor zwei Jahren zum ersten Mal aufhorchen – sie sind wieder dabei, was wohl für die Jungs aus Eime spricht.
Zu Under Siege fällt es dabei schwer, wenig zu sagen. Hier spielen einige der Jungs, die über die Jahre das Local Derby vehement beeinflusst haben. Ein Life-Inferno sondergleichen, anspruchsvoller Hardcore-Metal wird vond er Bühne rauschen und einmal mehr für verwunderte Gesichtsausdrücke und viel Bewegung vor der Bühne sorgen.
Zu guter letzt sollte Zelyon nicht unerwähnt bleiben. Denn kaum eine andere Band präsentiert sich so überzeugt und voller Ambitionen, wie die Jungs. Ob die Mischung aus Death- und Thrashmetal den Funken auf das Publikum überspringen lässt – für für einige Besucher zumindest gilt es als gesichert.
Für alle, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, gilt es dringend Bandmitglieder aufzusuchen und um Karten zu betteln. Für 6€ VVK und 9€ AK sehen wir uns am Samstag ab 14 Uhr – bis dann!