Vom Knaller im Kulturbahnhof

Jan 1st, 2007 | By | Category: Artikel, Musik

Und dann standen sie auf der Bühne und rockten sich den Arsch ab, heizten Uslar ein, bereiteten den vollen Kulturbahnhof vor, für Nuy Ray C, Eyesight und die großartigen 20/20 Vision – und sie sind Alive At Last!

Es war Freitagabend, genau genommen war es sogar letztes Jahr, als wir nach Uslar pilgerten – durch Straßen, die den Winterdienst verweigerten, vorbei an Schneehaufen, über Berge bis hin zum Kulturbahnhof, in dem nach einem (in diesem Moment hofften wir noch) fantastischen Konzert das mysteriöse DJ Team Styles & Skills auflegen sollten. Das haben wir zwar leider nicht mehr mitbekommen, die Berichte darüber schicken sich jedoch an, Bücher füllen zu können…

In Uslar angekommen – nach den gewohnten Umwegen, die man so macht, wenn man es ohnehin schon eilig hat – folgte der äußerst warme Empfang im „Konzertsaal“. Aber schon vor dem Eintritt musste die Frage gestattet sein, warum dieses Konzert nicht in der Heimat statt fand. Schließlich kamen locker ein Drittel – das war die gefühlte Mehrheit! – der Gäste aus Alfeld und Umgebung.

Und noch während man sich umsah, nette Menschen begrüßte, in der Ecke den Herrn Bart den neuesten 20/20 Vision Merch verkaufen sah, liefen die vier Jungs, die wir letztens noch im Probenkeller beobachten durften, nervös umher, verschütteten Bier oder machten das KuBa-Klo zu ihrem zweiten zu Hause.

Es war ziemlich genau 20:36, als Seb, Marv, Viktor und Michi die Bühne betreten durften – unter Beobachtung von Familie, Freunden, Mitmusikern und von der Band selbst berufenen Kritikern. Die ersten Töne vom Bass und es knallt. Die Nervosität ist nach wie vor vorhanden, ohne Frage. Da gerät schon einmal das Fußpedal aus den Angeln und der Gitarrensender lechzt nach neuen Batterien – doch wenn so frisch, sympathisch und unbedarft überbrückt wird (und die Erkenntnis hervorbringt, dass sogar Lübbrechtsen anwesend ist!), dann ist fast alles zu verzeihen.

Erfrischend und energiegeladen erspielen sie sich mit ihrer speziellen Mischung aus Emo, Metal und einer Portion „Core“ die Herzen der angereisten Musikliebhaber und schaffen es sogar Rufe nach einer Zugabe erklingen zu lassen – auch wenn sie diesen Wunsch unerfüllt lassen mussten, für den ersten Auftritt war diese Show Gold. Vor allem, da die Schattenseiten des Auftritts weitaus geringer ausfielen, als man es hätte erwarten können. Jetzt gilt es einfach viele Gigs zu spielen, sich die entsprechende Souveränität anzueignen, Bühnenpräsenz zu zeigen und – um den großen D! zu zitieren – einfach „tight“ zu sein. Nächster Halt: Göttingen am 20. Januar.

Für das Publikum aus Uslar war jetzt jedoch schon das erste Mal der Ofen aus. Man merkte sowohl bei Nyu Ray C, als auch bei Eyesight, dass das Publikum hauptsächlich für Alive at Last (vor allem die Alfelder) und 20/20 Vision angereist war. Vielleicht wirkten die beiden Bands auch deshalb nicht ganz so frisch – und dadurch eben auch gut aufgenommen – wie die Debütanten aus Alfeld.

Doch (der aufmerksame Leser vermutet es bereits) als 20/20 Vision um kurz nach 11 nach einem merkwürdigen Ritual im Backstagebereich – das man leider nur akustisch genießen konnte – auf die Bühne stürmen, ist der vollbesetzte Kulturbahnhof wieder voll dabei. Nahezu jeder Song kann mitgesungen werden, gut jeder zweite meldet sich bei der Frage, wer die CD der Uslar/Alfeld Connection sein eigen nennt und schnell wird klar, dass fast jeder Song der Jungs einfach tanzbar ist. Wer diesen Knaller in Uslar verpasst hat, sollte sein Ross satteln und sich auf den Weg in die Hauptstadt machen: Samstag supporten 20/20 Vision die netten Jungs von Ransom bei ihrem letzten Auftritt!

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