Das Hurricane: wo die Ärzte den Wal ins brennende Radio schieben!

Jun 13th, 2005 | By | Category: Artikel, Musik

Während ich am Sonntagmorgen über die passenden Worte für die Beatsteaks nachdachte, stieg schon die Spannung auf. Der Sonntag sollte ganz groß werden. Schon um 12:50 Uhr warteten Madsen auf der Bühne. Ich war nervös. Waren sie doch als Alices Gun und Hoerstuaz ein Muss, wollte ich die „Neudurchbrecher“ als Madsen dringend sehen.Also ab zur Bühne. Während bei anderen Bands die Crew komplett aufbaut, machen die Jungs von Madsen ihr Ding selbst. Der Bereich vor dem Wellenbrecher ist komplett geflutet und Sebastian und seine Mannen sichtlich nervös. Und dann geht auch noch die Orgel kaputt. Noch 20 Minuten bis zum Auftritt und wir sehen einen großen Haufen nervöser Musiker und Helfer, die die Bühne in eine Orgel-OP verwandeln. Dann geht es los und es knallt! Vielleicht, Die Perfektion – die Jungs spielen sich ihre Nervosität vom Leib und sind sichtlich erleichtert, als die Wendlandsonne gehisst wird und sie einige Freunde wieder erkennen. Grandiose Leistung – die Festivaltour tut Madsen gut, sie klingen live schon verdammt groß!

Pause, tief durchatmen, den immer wieder einsetzenden Regen verfluchen und wieder zu La vela Puerca vor die Bühne rennen. „Mein Bruder ist besoffen“ murmelt es von der Bühne und der Ska geht ab. Sie brauchen wohl große Bühnen und begeistertes Publikum, um so richtig Gas geben zu können. Super – während sie sich letztens in Hannover doch eher als Mittelmaß beschimpfen lassen durften, kommt hier endlich wieder Druck von der Bühne – und wir hatten diese Band schon in Alfeld – grandios.

Tja, was soll man sagen? Während man die letzten beiden Tage eher ruhiger angehen lassen durfte, sollte man am Sonntag kaum eine Chance zum Durchatmen bekommen. 3 Doors Down auf der Hauptbühne. Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Songs von denen kenne. Eine wahnsinnige Performance. Da haben wir uns die richtigen Bands ausgesucht. Bis jetzt waren wir noch nicht ernsthaft enttäuscht worden. „Here Without You“ live – ein Traum. Zwar sah das kleine Banner im Hintergrund nicht wirklich Festival-Like aus – aber dafür kam aus den Lautsprechern umso mehr davon.

Nervosität pur. Nur noch wenige Stunden, dann kommen die Ärzte. Wir machen es uns direkt vor dem Wellenbrecher bequem – nun, so bequem es eben geht. Kuschelig ist es, sehr sogar. Wir stellen Wunschlisten mit Songs auf, die wir gerne hören würden – viel zu viele für den Abend, wie uns auffällt. Dann, endlich, nach über 2 Stunden warten fällt der Vorhang. Es gibt nur einen Gott: BelaFarinRod. Die Jungs nahezu zum anfassen (zum Glück sehen wir die mindestens 40.000 Fans nicht, die noch hinter uns stehen). Zwei Gwendolines hängen von der Decke und die Ärzte hämmern uns einen Song nach dem Anderen um die Ohren. „Radio Brennt“ mit einer kräftigen Spitze nach Düsseldorf. Und nachdem der Wal endlich ins Meer geschoben wurde, kündigte man noch kurz die Zeit an, in der das Wünschen wieder hilft. Tausende Fans singen mit. Die Ärzte: „Oh, scheiße, falsche Band“ „Nee, falsches Publikum“ „Ach, egal, Hauptsache Headliner“

90 Minuten Rockfeuerwerk mit dem Ergebnis: durchgeschwitzt, nassgeregnet, total erschöpft, die Nacht um fünf im Bett gewesen, jetzt keiner Stimme mehr und totaler Muskelkater.

Die Fotos und ein Gesamteindruck über das Festival folgen in Kürze ;o)

One comment
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  1. Ja, da hast du recht, die waren recht cool – nur habe ich die Zeit zum Verschnaufen gebraucht – auch eine Sache, die ich morgen noch einmal gesondert ansprechen werde.
    Mit den Ärzten hast du definitiv Recht, die wurden ins mtv Format gepresst, schade, aber wie gesagt, mehr morgen ;o)

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